heilpädagogische Praxis Zaumzeug Ralf Booth

¯ Zwei mal drei macht vier, widde widde witt und drei macht neune… ¯

Wer kennt sie nicht, die „ Plutimikation “ der Pipi Langstrumpf! Doch was im Buch und seinen Verfilmungen so witzig wirkt, ist für ca. 6% der Grundschüler und Grundschülerinnen ein ernsthaftes Problem.

Sie scheitern an einfachsten Additions- und Subtraktions-aufgaben. Einfach aus Sicht derer, die diese „Sprache“ über Jahre hin gelernt und weiter verfeinert haben.

Schaut man genauer hin, erkennt man, dass viele der Kinder bereits zuvor etwas nicht „begriffen“ haben – nämlich: „Welche Menge steckt hinter einer Zahl?“ Mit dem Mengenverständnis ist auch der Vergleich der Eigenschaften größer – kleiner - gleich eng verbunden.

Aber die Vorstellung, dass 4 + 4 das Gleiche ist wie 8, wo doch bereits 5 + 3 acht sind, kann verwirren .

Interessant wird es, wenn 7 = 2 + 5 sein soll. Eigentlich steht doch hinter dem bekannten Gleichheitszeichen immer nur eine Zahl. Noch bunter wird es dann bei der folgenden Darstellung:

4 + 6 = 8 + 2

Kinder wissen sich zu helfen. Sie nutzen ihre Finger . Das geht lange gut und ist vom Prinzip her auch zu unterstützen. Doch irgendwann reichen weder Finger noch Zehen. Zudem entwickeln Kinder diese Methode nicht sinnvoll weiter und sich auch selbst nicht so, wie es von ihnen gefordert wird.

Sie verpassen den Augenblick, in dem der „ Bauplan “ verschiedener Rechenaufgaben erklärt wird. Denn sie versuchen in diesem Moment noch, das zuvor Gesehene zu begreifen.

Doch einerseits erhalten sie nicht immer adäquates Material, mit dem sie ihre mathematische Fragestellung SINNvoll abarbeiten können. Und dann kommt der Faktor Zeit dazu. Bekanntlich ist Zeit etwas, von dem ein Kind in der Grundschule viel zu wenig hat.

Diese Zeit geben wir in der Förderung jedem Kind und achten auf eine gemeinsame Sprache – denn oft scheitern Kinder auch daran, dass sie einfach nicht nachvollziehen können, was der Erwachsene mit seinen Begriffen ausdrücken will.

Wir geben jedem Kind das SINNvolle Material, welches er oder sie benötigt. Aber wir geben keine „Baupläne“ vor, denn meist entwickelt das Kind in der stressfreien Arbeitsatmosphäre erste Teilpläne, die aufgegriffen und modifiziert werden.

Eine aussagekräftige Diagnostik auf der Grundlage eines standardisierten Testverfahrens ist immer Basis unserer Arbeit und wird ebenso von uns angeboten .

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