heilpädagogische Praxis Zaumzeug Ralf Booth

Die positive Wirkungsweise des gezielten Wechsels von deutlich erhöhter Anspannung und dem Loslassen, der Entspannung, erkannte Edmund Jacobson schon zu Beginn des 20 ten Jahrhunderts.

Er formulierte die Progressive Muskelrelaxation, auch Progressive Muskelentspannung genannt (PR oder PMR).

Unter Progressiv versteht er einen fortschreitenden Vorgang. Denn einerseits spannt der PR - Übende nacheinander einzelne Muskelgruppen an und schreitet so in der Wahrnehmung des eigenen Körpers durch den selbigen. Andererseits schreitet auch die positive Wahrnehmung des Wechselspiels von An- und Entspannung langsam fort. In der ersten Übungsphase ist dieses Gefühl nur leicht vorhanden, mit weiteren Übungseinheiten verstärkt sich dieser Einfluss.

 

Die, dem menschlichen Willen untergeordnete Muskulatur, ist Ausgangspunkt der Methode. Von den Zehen bis zur Stirn gilt es einzelne Muskelgruppen für einen Zeitraum von 10 – 15 Sek. anzuspannen, diese Spannung zu erhöhen und zu halten und dann die Muskulatur wieder fallen zu lassen – los zu lassen. Nichts anderes wird mit dem Begriff der Relaxation verbunden.

Die Progressive Muskelrelalxation ist fester Bestandteil der systematischen Desensibilisierung bei Erwachsenen mit Angstzuständen. Hier wird der gesamte Körper aktiviert.

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gilt es den Körper "Scheibchenweise “ zu erleben und dann in ein Gesamtes zusammenzufügen. Grundschüler der Klasse 1-3 erarbeiten sich die PR durch Reimsprüche , Schüler der Klassen 4 – 8 durch

Schlüsselwörter, die in Bilder und Entspannungsgeschichten eingebaut werden.

Die Progressive Muskelrelaxation benötigt kein besonderes Outfit, keine speziellen Räumlichkeiten, man kann sie unbemerkt auf dem Flur vor dem Prüfungsraum durchführen, ohne, dass jemand >dumme< Fragen stellt.

Die PR gibt dem Mensch die Möglichkeit, sich losgelöst von störenden körperlichen Reaktionen gezielt mit den eigenen Problemen auseinander zu setzen.

Entspannung ist, nach Jacobson nicht gleichzustellen mit Ruhe oder dem Schlafzustand. Eigentlich hat man etwas falsch gemacht, wenn man bei der Durchführung der PR einschläft. Doch kann die Progressive Muskelentspannung bei Erschöpfungszuständen helfen, die durch Einschlaf- oder Durchschlafstörungen entstehen. Gezielt eingesetzt kann sie zum notwendigen Schlaf führen.

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